Mehr Schatten als Licht
FSV Nieder-Olm – Ataspor Worms 3:1 (0:1).
Die als langfristiges Projekt geplante Nieder-Olmer Aufholjagd hat schon am ersten Spieltag nach der Winterpause Formen angenommen. Der FSV hat seinen Rückstand auf den zweitplatzierten SV Horchheim auf vier Punkte verkürzt und kann am Sonntag im direkten Duell noch näher heranrücken. Selbst Spitzenreiter TuS Neuhausen ist nur noch sechs Zähler entfernt.
Bis der amtierende Vizemeister aber von der Horchheimer Niederlage und dem Unentschieden des TuS profitieren konnte, musste er lange zittern; auch er drohte zu straucheln. Durch einen abgefälschten Freistoß von Dennis Seyfert kurz vor der Pause in Rückstand geraten, warteten die Gastgeber lange auf den Ausgleich.
Erst als die Wormser wegen einer Zeitstrafe gegen ihren Torschützen in Unterzahl gerieten, gelang dem kurz zuvor eingewechselten Kai Becker das 1:1. Kevin Schuhmacher drehte die Partie mit einem Seitfallzieher kurz vor Beginn der Nachspielzeit. „Den schwersten Treffer machen wir“, sprach Trainer Christian Lang eine der Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft an. „Wir waren zu unsauber im Abschluss.“
Überzeugende Einwechselspieler
Der Sieg sei insgesamt nicht unverdient, das Team habe aber viel zu kompliziert gespielt und sei einfach nicht scharf genug gewesen. Die konditionell limitierten Gäste hätten von der zehnten Minute an auf Zeit gespielt und damit fast Erfolg gehabt. „Die Mannschaft ist nicht fit, kann aber den Ball zirkulieren lassen“, erläuterte Lang. „Ataspor hat auf der letzten Rille verteidigt.“ Wäre es dumm gelaufen wäre, hätte seine Mannschaft nur 1:1 gespielt oder sogar verloren.
Dass die Nieder-Olmer den Turnaround trotzdem schafften, lag zum einen an der etwas stärker ausgeprägten Zielstrebigkeit in der zweiten Hälfte, zum andern an gelungenen Einwechslungen. Sowohl Becker als auch Pascal Wycisk, der mit dem 3:1 den Dreier g besiegelte, sowie in Nabil El Yahyaoui einer der Vorlagengeber waren erst in der zweiten Halbzeit gekommen.
Zufrieden war Lang nur mit dem Ergebnis. „Wir sind wieder im Game, aber es gibt noch Luft nach oben. Ich habe mehr Schatten als Licht gesehen.“ Im abschließenden Spielerkreis habe er kritische Worte gefunden. Um am Sonntag in Horchheim bestehen zu können, müsse sich die Mannschaft steigern.
Tore: 0:1 Dennis Seyfert (42.), 1:1 Kai Becker (76.), 2:1 Kevin Schuhmacher (88.), 3:1 Pascal Wycisk (90.+2).
Zeitstrafe: Dennis Seyfert (Ataspor, 72.).
TuS Marienborn II – SV Horchheim 1:0 (0:0).
Der Sieg sei nicht unverdient, stellte Stephan Lampert fest, trotzdem habe das glücklichere Team gewonnen. „Wenn es 0:0 ausgeht, wäre das auch okay gewesen“, sagte der Marienborner Trainer. „Die beiden Mannschaften haben sich weitestgehend neutralisiert, es war ein 50:50-Spiel.“
Im Mittelfeldpressing rieben die Kontrahenten sich auf, die Gäste waren bei Standards und mit langen Bällen gefährlich. Der TuS hingegen reichte eine gelungene Offensivaktion zum Sieg: Nach einer Balleroberung spielten sie den Überzahlangriff gut aus, Kalon Prator nagelte den Ball unter die Latte.
Lampert stellte seiner Mannschaft ein gutes Zeugnis aus. „Wir haben nahtlos an die gute Vorbereitung angeschlossen und sind im Flow geblieben.“ Weniger überzeugten ihn die Wormser; sie hatten nach seiner Einschätzung nicht alles darangesetzt, einen Sieg zu erzwingen.
Tor: 1:0 Kalon Prator (50.).
FC Aksu Mainz – TSV Zornheim 2:0 (2:0).
Nach dem Sieg im Nachholspiel beim VfR Nierstein vor zwei Wochen gewannen die Mainzer auch ihre zweite Partie seit dem Ende der Winterpause. Damit halten sie den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze und zogen gleichzeitig die Zornheimer in den Kampf um den Klassenverbleib hinein. „Es war ein sehr hart umkämpftes Spiel“, berichtete Aksu-Trainer José Ferreira. „Beide Mannschaften wussten um die Bedeutung.“
Gerade wegen des warmen Wetters sei die Partie sehr kräftezehrend gewesen, seine Spieler hätten das aber gut hinbekommen, sich ins Spiel geschmissen und stark verteidigt. Nachdem Efe Kaan Mutlu per Foulelfmeter und Kadir Aygurlu die 2:0-Führung herausgeschossen hatten, habe das Team es verpasst nachzulegen, sich in der zweiten Hälfte aber auch die Kräfte eingeteilt. „Das war eine sehr reife Leistung.“
Niklas Grimm hob die Qualität der Gastgeber heraus. „Das sind alles gut ausgebildete Jungs“, sagte der Zornheimer Coach. „Ihr neuer Trainer ist impulsiver als sein Vorgänger und pusht seine Mannschaft.“ Der kleine Platz komme den technisch starken Kickern zudem entgegen. „Aksu war griffiger und bissiger.“ Seine Elf habe die Ausfälle von Sky Bohne, Nils Horn, Fabian Meurer und Winterzugang Finn Baumgärtner nicht kompensieren können, vor allem deren Erfahrung fehlte.
Tore: 1:0 Efe Kaan Mutlu (11., FE), 2:0 Kadir Aygurlu (31.).
VfL Fontana Finthen – FSV Saulheim 1:2 (1:0).
Die Trainer waren sich einig, dass die Gäste völlig verdient gewonnen hatten. „Beide Teams haben viel Energie reingeworfen“, sagte Fontana-Coach Maciek Debinski. „Wir konnten das in der zweiten Hälfte aber nicht bestätigen.“ Der FSV habe viel mehr Power gehabt, bei seiner Mannschaft hingegen seien die Kräfte geschwunden und die eingewechselten Akteure hätten keine neuen Impulse gesetzt.
Das Nachlassen der Finther nutzte Eljano Pergjegai zum entscheidenden Doppelschlag. Dass die Partie bis zur Pause ausgeglichen verlaufen war, war ebenfalls Konsens. „Die erste Hälfte war taktisch geprägt“, sagte FSV-Spielertrainer Max Kimnach. „Beide Mannschaften hatten je zwei Chancen, Finthen allerdings die besseren.“ Einmal landete der Ball am Innenpfosten, einmal erzielte Dennis Gyamfi-Kumaning das 1:0.
„Insgesamt war es ein sehr gutes Bezirksligaspiel“, sagte Kimnach. „Es war eine faire, intensive Partie auf rutschigem Kunstrasen.“
Tore: 1:0 Dennis Gyamfi-Kumaning (37.), 1:1 Eljano Pergjegai (59.), 1:2 Pergjegai (78.).
Zeitstrafe: Ahmet Kandemir (Fontana, 90.+2).
TSV Mommenheim – RWO Alzey 4:0 (3:0).
Mit einem Sieg über Schlusslicht RWO Alzey hat sich der TSV Mommenheim weiter von den Abstiegsrängen der Fußball-Bezirksliga abgesetzt. „Die Mannschaft war von Anfang an fokussiert“, lobte Trainer Sven Liebisch. „Das ist ja das Schwierige nach einer langen Pause.“
Seine Spieler hätten dieses Problem gut gelöst und seien sofort wieder im Wettkampfmodus gewesen. Liebisch bescheinigte seinem Team gegen einen in der Defensive kompakt stehenden Gegner ein sehr seriöses Auftreten. Geduldig habe es auf Lücken gewartet und sei, wenn sie sich auftaten, hineingestoßen. Zudem kamen die Gastgeber nach Ballverlusten gut ins Gegenpressing.
Für die Führung musste allerdings ein Standard herhalten: Bei einer Ecke von Timo Liebisch war Steven Knoll mit dem Kopf zur Stelle. „Das war der Dosenöffner“, sagte Sven Liebisch. „Alle anderen Tore waren schön von hinten herausgespielt.“ Noch vor der Pause erhöhten Ricardo Böhringer und Amar Kurtagic.
Aus halber Chance ein Tor gemacht
Nach Wiederbeginn allerdings verloren die Mommenheimer für rund zehn Minuten den Faden. „Wir waren unklar in unseren Aktionen und etwas fahrig“, monierte der Trainer, der die Mannschaft mit drei Wechseln wieder auf Kurs brachte.
Aufs Feld kam unter anderem Winterzugang Marko Pezic, der zunächst auf der Bank hatte Platz nehmen müssen, weil Liebisch streng nach Trainingsbeteiligung aufstellte, der ehemalige Mombacher als Student mit Lernverpflichtungen aber nicht alle Einheiten absolvieren konnte. Dass Pezic dennoch auf Anhieb eine Bereicherung ist, bewies er mit dem vierten Treffer. „Marco macht aus einer halben Chance ein Tor“, sagte Liebisch. „Dafür haben wir ihn geholt. Er wird noch einige Buden machen.“
Tore: 1:0 Steven Knoll (20.), 2:0 Ricardo Böhringer (26.), 3:0 Amar Kurtagic (38.), 4:0 Marko Pezic (73.).
VfR Nierstein – FSV Oppenheim 4:1 (2:0).
Tore: 1:0 Bastian Krummeck (16.), 2:0 Michael Steffens (38.), 2:1 Nolan Wagner (48., HE), 3:1 Steffens (64.), 4:1 Tweety Nkwane Nkwane (77.)
Zeitstrafe: Michael Steffens (VfR, 80.).
→ Angeknackste Moral bricht nicht.
SV Guntersblum – TuS Neuhausen 2:2 (1:0).
Tore: 1:0 Badr-Eddine Karn (4.), 2:0 Thierry Kenfack Bougue (ET, 67.), 2:1 Maurizio Scherer (72.), 2:2 Mikheili Kopaliani (90.).